Hans Sachs-Haus, Gelsenkirchen

Das Hans Sachs-Haus in Gelsenkirchen wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von Alfred Fischer geplant und gebaut. Mit der Fassade aus Backstein und der Linienführung des „Neuen Bauens“ verbindet das Gebäude die prägenden Stile seiner Zeit, den Backsteinexpressionismus und das Neue Bauen. Im Innenbereich kam ein innovatives Farbleitsystem zum Einsatz. Das Gebäude gehört zu den wichtigsten Beispielen der Moderne im Ruhrgebiet und ist im Lexikon der Weltarchitektur verzeichnet.

Bei einer geplanten Sanierung des Gebäudes wurden erhebliche Mängel in der Bausubstanz festgestellt. Im Anschluß wurde der Abriss des denkmalgeschütztem Gebäude beschlossen, nach jahrelangem Streit aber wieder verworfen. So wurde der Innenbereich des Gebäudes zwischen 2009 und 2013 komplett neu gebaut, die denkmalgeschützte Fassade jedoch erhalten.

Heute beeindruckt das Hans Sachs-Haus mit der Mischung aus der historischen Fassade im Stil des Backsteinexpressionismus und der modernen, durch viel Glas und Transparenz geprägten Innenarchitektur. Betritt man das Gebäude, steht man direkt in dem lichtdurchflutetem Atrium. Das historische Farbleitsystem wurde übernommen und weist heute die Besucher durch die Etagen des Gebäudes. Im Erdgeschoss wurde, wie auch im ursprünglichen Gebäude von Alfred Fischer geplant, ein Veranstaltungsbereich eingeplant. Dieser ist nicht dauerhaft installiert, sondern kann durch variable Trennwände und einer mobilen Bestuhlung auf- und abgebaut werden.

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GESCHRIEBEN: 23. FEBRUAR 2020