Rollerderby-Girls aus Oberhausen

Vor einiger Zeit hatte ich die Rollerderby-Girls der Oberhausener „Minemonsters“ vor der Kamera – ganz unprofessionell in den Katakomben der Oberhausener Sporthalle, in denen das Team seine Derbys austrägt. Dazu kam es, weil eine Bekannte aus „alten Zeiten“ – mittlerweile Grafik-Designerin -, die noch meine Anfänge als Fotograf miterlebt hat, nett fragte, ob ich denn nicht mal ihr Team portraitieren könnte. Da das Team Teil einer Anti-Bodyshaming-Kampagne auf facebook ist, sind auch die Portraitfotos komplett unbearbeitet. Für sowas bin ich dann ja fast immer zu haben. Nicht nur, dass ich die weichgezeichneten, durch KI praktisch komplett neu gemalten instagram-Bildchen nicht mehr sehen kann, sondern hier kommt es dann doch tatsächlich auch noch auf eine der wichtigsten Grundlagen der Fotografie an: auf die Lichtführung. Also habe ich meine mobile Studioblitzanlage und einen Haufen Lichtformer eingepackt und los geht’s. Zwischen Bügelbrettern, Waschmaschinen, Heizungskesseln und eingelagerten Stühlen haben wir die Portraits für die Internetseite des Teams fotografiert.

Mal eben das Studio gegen einen Heizungskeller tauschen, ist nicht ganz unproblematisch. Plötzlich reflektieren mit silbernem Dämmmaterial ummantelte Rohre das Blitzlicht, die viel zu niedrige Decke wird zu einem riesigen Aufheller und das Blitzlicht spielt grundsätzlich Ping-Pong, denn überall stehen Sachen, die als Reflektor oder aber als Schattengeneratoren wirken. Mal ganz davon abgesehen, dass es keinen wirklich unifarbenen Hintergrund gibt. Also suchten wir ein Stückchen Betonwand, räumten fast alles störende zur Seite und zwischen Schrank (der einen Teil der Wand mit seinem Schatten unbrauchbar machte) und Raumecke blieben dann ca. 2 Meter Betonwand, die ich nutzen konnte. Die Spielerinnen standen ca. 2 bis 3 Meter vor der Wand und um genügend Abstand zu bekommen, stand ich mit der Kamera irgendwo zwischen gestapelten Tischen und Stühlen. Ein vorsorglich eingepackter Abschatter sorgte wenigstens für etwas weniger Streulicht auf dem Hintergrund. Und weil das ganze Fotoprojekt mal eben vor dem Spiel umgesetzt werden sollte, gab’s auch noch jede Menge Zeitdruck. Ja, Portraitfotografie kann zum Abenteuer werden…

Abgeschlossen ist das Projekt „Minemonsters“ damit aber noch nicht. Neben den „klassischen“ Portraits sind auch einige inszenierte Motive geplant. Auch damit habe ich schon begonnen und in einem eigenen Blog-Beitrag stelle ich das Foto noch vor. Ich hoffe doch, dass sich noch mehr Freiwillige aus dem Team finden werden, um auch diese Fotos umzusetzen… Lust auf Rollerderby? Schaut‘ euch doch mal eines der Spiele des Teams an! Infos gibt’s auf der Internetseite der Minemonsters.

Services: PORTRAITFOTOGRAFIE
GESCHRIEBEN: 8. OKTOBER 2019