Betonschönheit 2.0

Zwei Semester lang arbeitete ich 2006/2007 mit „meinen“ Studenten an der Ruhr-Universität an einem Fotoprojekt über die Architektur der RUB: „Betonschönheit“. Zeit für ein Update.

Über 20 Jahre lang war ich an der Ruhr-Universität Bochum als Lehrbeauftragter, Kursleiter und (vertretungsweise für drei Semester) Bereichsleiter tätig. In dieser Zeit habe ich viele Fotoprojekte und Ausstellungen mit Studentinnen und Studenten umgesetzt. In einem dieser Kurse setzten sich ca. zehn Studenten über zwei Semester fotografisch mit der immer wieder kritisierten Architektur der Ruhr-Universität auseinander.

Die Fotoserien waren Basis für einen aufwändig gestalteten Bildband über die „Betonschönheit“ Ruhr-Uni Bochum. Dieses Buch fiel mir vor einigen Wochen beim Umräumen meiner Bücherregale wieder in die Hände. Ein wenig Melancholie war sicherlich dabei, als ich den Bildband durchblätterte und ich nahm mir vor, mich jetzt noch einmal fotografisch mit der Uni zu beschäftigen. Seit dem Ende des Fotografie-Bereichs war ich nur noch ein einziges Mal dort, um einige Schlüssel abzugeben. Wie sehe ich die Uni nach der fast zweijährigen Pause und mit deutlich mehr emotionalen „Abstand“?

Die Bildserie ist noch in Arbeit, u.a. waren Innenaufnahmen in den letzten Wochen nicht möglich. Jedoch wird sehr deutlich, dass sich das gesamte Gelände in einem Umbruch befindet. Die „alten“ Gebäude wirken trostlos, ungepflegt und teilweise sind die Außenanlagen nahezu verfallen. Andere Teile wurden hingegen schon saniert bzw. neu gebaut und so ergeben sich deutliche Bruchstellen im Erscheinungsbild. Es bleibt spannend, wie die weitere Sanierung in Angriff genommen wird, da große Teile des „alten“ Gebäudeensembles mittlerweile unter Denkmalschutz stehen.